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Bernd Richard Hinderer: Präsenz in den MedienPrintmedien (Auszug) · Fernsehen · Rundfunkvom 13. Juli 2011 vom 02. März 2011 Ausgabe 47/2010 vom 20. Dezember 2010 vom 20. Juli 2010 vom 24. Juli 2010 vom 12. März 2010 vom 27. Februar 2010 vom 20. Januar 2010 vom 23. Februar 2010
Verwaltungszeitung Baden-Württembergvom 11. April 2003
Frankfurter Rundschauvom 23. Januar 2002
Spiegel vom 24. November 1997
Stuttgarter Nachrichtenvom 8. März 1996
Südwestpressevom 22. Februar 1996 Rundfunk · Fernsehen · PrintmedienSWR2 Forum: Kein Job für Vegetarier – Wer wird Bürgermeister im Südwesten? Gesprächsrunde mit Bernd Richard Hinderer, Dr. Timm Kern, Prof. Dr. Hans-Georg Wehling. Leitung: Eggert Blum, 7.08.2008 (45 Min.) SWR4 Friedrichshafen Interview mit Bernd Richard Hinderer vom 12.08.2008 (9 Min.) Fernsehen · Rundfunk · PrintmedienZDF "Reporter":Wahlkampfreportage. 20.03.2002 "Der Bürgermeistermacher"
Staatsanzeiger Ausgabe 47/2010
* Anmerkung:
Diese Formulierung geriet missverständlich: Selbstverständlich unterstütze ich meine Kunden ab den allerersten Vorbereitungen, häufig schon bei der Auswahl des passenden Orts ihrer Wahl – siehe "Langfristige Planung". Und selbstverständlich begleite ich auch amtierende Bürgermeister während ihrer Amtszeit – siehe "Erfolgreiche Bürgermeister".
Verwaltungszeitung Baden-Württemberg
vom 11. April 2003
Bernd Richard Hinderer der "Bürgermeistermacher" Sein WahlBüro SüdWest: Deutschlands älteste Agentur für Kandidaten bei Bürgermeisterwahlen "Bürgermeistermacher" – wie gefällt Ihnen selbst denn dieser, von den Medien erfundene Titel? Bernd Richard Hinderers Antwort: "Zum einen überspitzt er natürlich meinen Einfluss in Wahlkämpfen, zum anderen aber bringt er meine Arbeit einprägsam auf den Punkt." Hinderer ist Volljurist, ehemaliger Journalist und war früher selbst politisch aktiv. Er bietet seinen Kandidaten und Seminarteilnehmern seit sieben Jahren die ganze Palette von Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für Bürgermeisterwahlen. Die Domäne des zweiten Vorsitzenden eines Rhetorikvereins an der Universität Tübingen: Reden schreiben samt Redetraining und Coaching. Die eigenen kommunalpolitischen Jahre, die Kenntnis der verwaltungstechnischen und -rechtlichen Fragen, das Verständnis für die Zusammenhänge in Rathäusern und Kommunen – für Bernd Richard Hinderer sind dies wesentliche Stützpfeiler seiner strategischen Beratung und kreativen Arbeit. "Für einen erfolgreichen Wahlkampf müssen auch komplexe Sachverhalte allgemeinverständlich dargestellt werden. Wer etwa über Bauleitplanung, Wirtschaftsförderung und Ortschaftsverfassung schreibt, muss wissen, was das ist und was sich damit gestalten lässt", so seine Überzeugung. Dass amtierende Bürgermeister seine Unterstützung auch zwischen den Wahlen schätzen, ist für ihn eine "erfreuliche Bestätigung". Verwaltungskompetenz als notwendige Grundlage für einen Wahlhelfer und Seminarleiter – sind dann nicht Verwaltungsexperten am besten geeignet? Hinderer schmunzelt: "Um Himmels Willen, nein! So wenig, wie etwa ein noch so guter Zimmermann einen Architekten ersetzen kann. Wie ein Bauplan bedarf ein Wahlkampf kreativer Techniken und die Koordination einer Vielzahl unterschiedlichster Bereiche". Auch dass ein amtierender Bürgermeister immerhin schon eine gewonnen Wahl vorweisen kann, lässt der 52-jährige nicht als Qualifikationsmerkmal gelten: "Grundsätzlich ist eine gewonnene Wahl kein Beweis für einen guten Wahlkampf und eine Niederlage keine Bestätigung für einen schlechten. Dafür spielen zu viele, auch unbeeinflussbare Faktoren eine Rolle. Es kommt zum Beispiel vor, dass ein Bewerber von Anfang an offene Türen einrennt, dagegen kommt die beste Strategie nicht an." Was also macht einen erfolgsträchtigen Wahl-Coach aus? Zum ersten die Fähigkeit, eine schlagkräftige Kampagne zu entwickeln, die sowohl der Persönlichkeit des Kandidaten gerecht wird als auch den Themen und vor allem der Stimmung des Wahlorts: "Meine Kunden sind auf die meist völlig neue Situation, sich öffentlich präsentieren zu müssen, rundum vorbereitet, und sie können sich auf ein strategisch durchdachtes, gemeinsam entworfenes Konzept verlassen". Zweitens: Wichtig ist erstklassige PR. "Ich war freier Journalist und bin es gewohnt, dass meine Artikel wörtlich übernommen werden. Und ich weiss, was Redakteure im Umgang mit Bewerbern erwarten, um sie ernst zu nehmen". Sein drittes Kriterium: Das Können eines Werbefachmanns. Hinderer, der auch Tourismusprospekte konzipiert und Deutschlands erste Sagen-Wanderwege kreierte, baut sowohl auf seine langjährige Erfahrung als Werbetexter als auch auf seinen Grafiker Wolfgang Wiedemann: "Wir sind ein Team, das perfekt aufeinander eingespielt ist und auch mal das Unmögliche möglich macht". Im Badischen, so erzählt er, habe ein Gegenkandidat den Kunden von Wahlbüro SüdWest zwei Tage vor der Wahl in einem Flugblatt angegriffen. 24 Stunden später war die Gegendarstellung geschrieben, gestaltet, gedruckt und in sämtlichen Haushalten verteilt. Bernd Richard Hinderers Schlüsselqualifikation sind seine rhetorischen Kenntnisse und Fähigkeiten: "Die Rede bei der offiziellen Kandidatenvorstellung kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Und die Präsentation bei den Wahlveranstaltungen stellt die Weichen von Anfang an." Die Rede als Drehbuch – mit dieser von ihm entwickelten Methode gelingt es auch einem Ungeübten, nach nur einem Tag Redetraining einen sicheren und lebendigen Vortrag zu halten. Seit fast vier Jahren ist der frühere Anwalt, der auch als Redner und Moderator auftritt, zweiter Vorsitzender im "Verein zur Förderung der Rhetorik in Wissenschaft und Praxis" an der Universität Tübingen. Den Austausch mit Professoren, Dozenten und Studenten schätzt er als "Hinterfragen und Weiterentwickeln der eigenen Arbeit". Mit seiner siebenjährigen Erfahrung weiß Hinderer auch um die Grenzen seiner Möglichkeiten: "Letztlich entscheidend ist der Kandidat selbst – sein Einsatz und seine Freude, auf die Menschen zuzugehen, sein unbedingter Wille zum Sieg, sein ernsthaftes Bemühen, ein guter Bürgermeister werden zu wollen, eine authentische Persönlichkeit, die Sympathie und Vertrauen weckt. Mein Beitrag kann ihn hierbei lediglich unterstützen".
Frankfurter Rundschau vom 23. Januar 2002
…Bürgermeister-Macher Irgendwo in Baden-Württemberg wird jeden Sonntag ein Rathauschef gewählt: Daraus lässt sich ein Beruf basteln Von Peter Henkel (Stuttgart) "Wo liegt denn dieses Grosselfingen?" Das war des Anrufers erster Satz am Telefon gewesen. Ein paar Monate später hatte sich der Mann – Hauptschulabsolvent, Schiffssteward und schließlich Cafébesitzer – einen Jugendtraum erfüllt und war Bürgermeister geworden. In Grosselfingen, einem 1600-Seelen-Dorf auf der Schwäbischen Alb, per Direktwahl und mit 67 Prozent zum Sieger gekürt über den Amtsinhaber. Das war vor fast sechs Jahren, und heute, meint jedenfalls Bernd Hinderer, ist dieser Franz-Josef Möller einer der besten Leute in diesem Amt im ganzen Land. Hinderer versteht etwas davon. Sein Beruf: Bürgermeister-Macher. Praktisch möglich ist der Job nur in Baden-Württemberg; denn allein in diesem Bundesland wird buchstäblich jeden Sonntag irgendwo ein Gemeindeoberhaupt gewählt. Bei 1110 Gemeinden und einer achtjährigen Amtsperiode sind es, die Fälle vorzeitigen Ausscheidens nicht gerechnet, statistisch 2,67 pro Sonntag: weit mehr als genug, um Bernd Hinderer (52) … hinreichend Aufträge zu verschaffen. Natürlich gibt es keine Ausbildungsverordnung und kein Examen für diesen (nicht schlecht bezahlten) Beruf. Hinderer, der sein "WahlBüro SüdWest" in Hohenstein im Landkreis Reutlingen betreibt, hatte Mitte der 90er Jahre seine Anwaltsexistenz zunehmend satt – "ich streite mich nicht so gern", sagt er. Als er sich dann nebenher auf Public Relations verlegt, Texte geschrieben und bereits mit einem Grafikstudio zusammengearbeitet hatte, wollte es der Zufall, dass ein Schwager des Grafikers den Chefsessel im Rathaus einer Nachbargemeinde erobern wollte. Hinderer wurde sein Wahlkampfmanager. Die Kampagne verfehlte zwar das Hauptziel, wurde für ihn dennoch zum "phänomenalen Erlebnis": Aus dem Feld der namenlosen Bewerber schob Hinderer, kommunalpolitisch beschlagen durch Mitarbeit in der CDU, seinen Mann auf Platz 2. Noch heute gerät er ins Schwärmen, wenn er daran denkt, wie der bei der Kandidatenvorstellung die von ihm, Hinderer, verfasste Rede hielt: "Es war ein Zauber im Saal, ein nahezu erotisches Erlebnis." Meist ist der Alltag des Bürgermeister-Machers nicht ganz so gefühlvoll. Rund achtzig Prozent der Klienten sind diplomierte Verwaltungsleute, keine Paradiesvögel wie Möller. Nicht auf die nächste Beförderung wollen sie warten, sondern meist schnell nach oben und selber die Nummer eins sein … Manchmal kommen Parteien oder Gemeinderatsfraktionen, die ihrerseits einen Amtsinhaber loswerden wollen und einen guten Gegenkandidaten brauchen – wie damals in Grosselfingen. Auch da können die Bürgermeister-Macher helfen mit ihren Listen von Interessenten. Wer von denen wiederum nicht schon eine besteimmte Gemeinde im Visier hat, lässt sich etwas Geeignetes aus dem Angebot der nächsten Monate herausfiltern. Konfession und Familienstand, Parteibuch und Persönlichkeit des Klienten sollten zum Charakter des Orts passen … "Manchmal", erzählt Hinderer, "setze ich mich bei gutem Wetter auf den Brunnen am Marktplatz und versuche, die Atmosphäre in mich aufzunehmen." … Michael Rembold (33), heute Bürgermeister in Waldstetten bei Schwäbisch Gmünd. Als Hauptamtsleiter im Rathaus einer fünfzig Kilometer entfernten Gemeinde merkte er sich 1997 Hinderers Eigenanzeige im
und kam vier Jahre später darauf zurück. Auch für ihn war Bürgermeister immer der Traumjob gewesen.
Geschafft hätte er es wohl auch ohne Hinderers Hilfe, angesichts seiner glatten 78-Prozent-Mehrheit. Aber noch immer rühmt er
die "vielen kleinen Details", mit denen der Ex-Anwalt ihm nützlich war, und was das Auftreten in der Öfentlichkeit
angeht, all die Dinge etwa, auf die man beim Reden aufpassen muss, da hat er "von dem Hinderer unheimlich viel gelernt fürs
ganze Leben".Angesichts der intensiven Arbeit, die anfällt, wenn Interessent und Trainer erst einmal zueinander gefunden haben, ist es unmöglich, mehr als zwei Bewerber gleichzeitig zu betreuen … Hinderer frönt nebenher als Seminarleiter seiner Leidenschaft Rhetorik … Und wenn es mal nicht klappt, tröstet sich Hinderer so: "Ich habe noch nie erlebt, dass mein Kandidat nicht die beste Vorstellungsrede gehalten hätte."
Spiegel vom 24. November 1997
KOMMUNEN "Zu steif fürs Land Ein schwäbischer Werbetexter hat mit einer ungewöhnlichen Idee Erfolg: Er vermittelt Bewerber für Bürgermeisterposten und berät Kandidaten im Wahlkampf. Wer eine Wahl gewinnen will, muß wissen, was dem Volk auf der Seele brennt. Die Frage "Was macht eigentlich der Riesenrammler Rudi?" ist bei Bürgermeisterwahlen im Kampf um die Stimmen der Kaninchenzüchter die halbe Miete. Und ein schlichtes "Warum ist der Sand auf dem Spielplatz eigentlich so schmutzig?" treibt Mütter und Kindergärtnerinnen direkt in die Arme des Kandidaten. Franz Josef Möller stellte in Grosselfingen die richtigen Fragen. Das hat ihn auf den Bürgermeisterstuhl der 1900-Seelen-Gemeinde am Rande der Schwäbischen Alb gebracht. Für den 38jährigen ging ein Wunsch in Erfüllung, der lange Zeit unrealisierbar schien. Denn in jenen Jahren, in denen der normale Bürgermeister-Nachwuchs auf Verwaltungshochschulen Gesetze paukt und in Abwasserzweckverbänden Erfahrungen sammelt, hatte Möller auf Kreuzfahrtschiffen gejobbt. Anfang 1996 las er eine Zeitungsanzeige: "Sie wollen Bürgermeister werden? Wahlbüro Südwest hilft." Die hatte Bernd Richard Hinderer, 47, aufgegeben, ein Jurist, der auch schon als Kellner, Schrottfahrer und Werbetexter gearbeitet hat. Seit über einem Jahr steht er amtswilligen Kandidaten mit einem Rundumpaket (Kosten: bis 15000 Mark) zur Seite. Möller half er mit detaillierten Informationen über die großen Probleme des kleinen Ortes. Da waren die hundert LKW, die täglich durch Grosselfingen donnern, das Schulgebäude, das seit Jahrzehnten nicht renoviert wurde, und der alte Bürgermeister, der "schlecht zuhören kann". All das hatte Hinderer, bevor er seinen Kunden ins Rennen schickte, Grosselfinger Gastwirten, Vereinsvorsitzenden und Rentnern per Telefon entlockt. Er durchforstete die Archive der Lokalzeitungen, blätterte in Haushaltsberichten und peilte bei Kässpätzle und Trollinger "die Stimmung im Dorf". Dann wußte er, "wie ein Kandidat sein muß, der hier gewinnen will": bodenständig, bürgernah und sparsam. 15 Kandidaten hat er mittlerweile beraten, 6 Wahlkämpfe geführt, 3 gewonnen. "Eine schlechte Ausbeute", meint Hinderer, "aber man kann eben nicht jeden stocksteifen Verwaltungsfachmann zu einem Dorfbürgermeister machen." Im Gegensatz zu Franz Josef Möller sind die meisten seiner Kunden gelernte Verwaltungsfachleute, Kämmerer und Behördenleiter, die "mehr mit Menschen zu tun haben" wollen. Ihr Problem: "Die sind zu steif fürs Land." Hinderer, selbst in einem 500-Seelen-Nest zu Hause, hat dies hautnah miterlebt, als der Schwager eines Kollegen sich um das Bürgermeisteramt im schwäbischen Hechingen bewerben wollte. Der Jeans und Hosenträger bevorzugende Public-Relations-Profi sah den jungen Mann mit seinem korrekt gebügelten Hemd und meinte: "Elbl, so wird des nix. Jetzt krempelscht erst mal d’ Ärmel nauf." Der Schwager verlor die Wahl, doch Hinderer wußte um seine Berufung: Bürgermeistermacher. Den Grundstock seines Unternehmens bildete eine Datei mit den Wahlterminen aller 1111 baden-württembergischen Gemeinden inklusive Alter und Amtszeit der Bürgermeister. Dann überlegte er sich ein paar "für jeden Kunden relevante Themen" ("Warum wollen Sie ausgerechnet Bürgermeister werden?") und bot seine Dienste im Staatsanzeiger feil. Hinderer macht für die Kandidaten passende Gemeinden ausfindig, schreibt ihnen Reden und rät auch schon mal, "sich im Wahlkampf nicht mit seiner verheirateten Freundin sehen zu lassen". Als ein Bürgermeisteranwärter von Gegnern zu Unrecht als Alkoholiker angeprangert wurde, ließ er kurzerhand dessen Leberwerte veröffentlichen. Für 1998 ist das "Wahlbüro Südwest" nahezu ausgebucht. Ein SPD-Kandidat ist nicht dabei: "Bei mir rufen immer nur CDU-Leute oder Parteilose an", klagt Hinderer, "die Sozis halten WahlkampfhiIfe anscheinend für etwas Ehrenrühriges." Die meisten Wahlkämpfer seien jedenfalls "gar nicht vorbereitet auf das, was im Amt heutzutage alles auf sie zukommt", sagt Hans-Georg Wehling, Politikprofessor an der Universität Tübingen und Autor einer Bürgermeisterstudie. Der Nachwuchs, bei Amtsantritt in Baden-Württemberg meist jünger als 30 Jahre, hätte oft noch das alte Bürgermeister-Leitbild vor Augen: den Dorffürsten, der sich "mit Mehrzweckhallen und Spaßbädern ein Denkmal setzt". Doch die Kassen der meisten Gemeinden sind leer, und hinter den frischsanierten Fassaden der Dörfer verbergen sich "durchaus großstädtische Probleme": Arbeitslosigkeit, Aussiedler und Jugendkriminalität. "Da kann es nicht schaden", sagt Wehling, "wenn Herr Hinderer die Bewerber auf das Zwischenmenschliche vorbereitet." Das Geschäft mit dem Zwischenmenschlichen will der Bürgermeistermacher demnächst bundesweit etablieren. Denn in den meisten Bundesländern werden die Gemeindeoberhäupter jetzt wie in Baden-Württemberg direkt gewählt. Selbst im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen wird das Volk 1999 wahrhaft souverän. Hinderer hat bereits Stellenanzeigen geschaltet, um Helfer anzuwerben, denn "allein kann ich diese Aufgabe nicht bewältigen". Grund: "Ein Schwabe wird niemals die Seele eines Westfalen ergründen." Wie gut er die Regungen der schwäbischen Seele kennt, hat der Mann von der Alb im Fall Möller bewiesen. Während dessen Konkuuent mit einem Porsche durchs Dorf gebraust war, fuhr Möller auf Hinderers Anraten mit einem Kleinwagen vor – und gewann die Wahl mit sensationellen 67 Prozent."
Stuttgarter Nachrichten vom 8. März 1996
"Von einem, der Bürgermeister macht Werbetexter steht Schultes-Kandidaten mit Rat und Tat zur Seite – Sieg nicht garantiert Von unserer Mitarbeiterin Doris Trapmann HOHENSTEIN – Bernd Richard Hinderer hat die Bürgermeister-Sessel im Visier. Nicht für sich, sondern für eine ganz besondere Klientel. Der Jurist und Werbetexter meint, mit seinem "WahlBüro-SüdWest" eine Marktlücke entdeckt zu haben. Hinderer sieht sich als erster Bürgermeister-Macher im Land. Er hat die Wahltermine für alle 1110 Gemeinden zusammengestellt, samt Amtsdauer der Sesselinhaber. Denn seiner Ansicht nach machen die Schultes-Kandidaten landauf, landab einen gravierenden Fehler: Sie entscheiden sich zu spät zur Kandidatur. Ein "lausiger Wahlkampf" ist oft die Folge, ein Abschneiden unter "ferner liefen" das Ergebnis. Hlnderer steht seinen Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Das heißt, er bringt System in die Kandidatur: Er sucht in den Gemeinden nach den richtigen Wahlkampfthemen, erforscht die Stärken und Schwächen der Konkurrenten, bringt seinen Bewerber zum richtigen Zeitpunkt ins Gespräch, sucht nach Unterstützern in der Gemeinde, erarbeitet eine Wahlbroschüre: Professionell muß sie sein, ansprechend, aber nicht aufdringlich, erklärt der 45jährige. Das aber ist noch nicht alles. Hinderer, früher in der Jungen Union, mittlerweile ohne Parteibuch, versucht dem Kandidaten beizubringen, wie eine pfiffige Rede vorgetragen werden muß, was alles zum richtigen Outfit gehört. Seine Maxime: "Der Kandidat muß sich in der Kleidung wohlfühlen." Gleichzeitig aber gibt er einem Bewerber, der stets in Jeans und Schlabberhemd auftritt, wenig Chancen. Der Grund: Eine Bewerbung als Gemeindeoberhaupt ist etwas Besonderes. "Der Kandidat muß rüberbringen, daß er wirklich etwas verändern will", lautet das Rezept. Und: "Die Leute müssen merken, daß er es ernst meint. Aufrichtigkeit und ein Schuß Taktik, heißt deshalb Hinderers Tip. Die Zugehörigkeit zu einer Partei dokumentiere das politische Engagement, erhöhe aber nicht generell die Chancen. Denn der Schuß kann auch nach hinten losgehen, glaubt der Werbefachmann, wenn etwa Parteiprominenz zur Unterstützung angekarrt wird. Dadurch entstehe leicht der Eindruck, daß die Parteischiene gefahren wird. Und das hassen die meisten Bürger an einem Schultes. "Ein Bürgermeister darf nicht der Repräsentant einer Partei, sondern muß für alle Einwohner da sein." Der Bürgermeister-Macher nimmt den Kandididaten zwar einiges ab, ein aufreibendes Vergnügen bleibt es für den Bewerber dennoch. Hausbesuche, Veranstaltungen, Bürgertreffs, das kann Hinderer nicht erledigen. In der "heißen Phase" ist eine richtige Kandidatur ein 24-Stunden-Job. Wichtig für den Macher, sein Schützling muß mitziehen. Per Bürgermeister-Macher gibt freilich keine Garantie für einen Sieg. Aber er staffelt sein Honorar: Bei Erfolg ist zum Grundpreis eine entsprechende Zulage fällig. Doch auch wenn der Preis stimmt, Hinderer engagiert sich nicht für jeden: Für einen "Republikaner" etwa macht er keinen Finger krumm, beteuert er. Auch nicht für Dauerkandidaten. Vielmehr hat er die Quereinsteiger im Blick, die politisch engagiert sind, aber noch wenig Erfahrung auf diesem Parkett haben, oder aber Bewerber aus der Verwaltung. Sie alle müssen aber zumindest eine theoretische Chance auf einen Wahlsieg mitbringen, sonst winkt Hinderer ab."
Südwestpresse
vom 22. Februar 1996
Südwestumschau "Der Bürgermeister-Macher hat alle 1111 Wahltermine parat PR-Berater und Jurist Hinderer will Kandidaten optimal vorbereiten Von unserem Redaktionsmitglied Raimund Weible, Tübingen HOHENSTEIN, Kreis Reutlingen. Vier Wochen lang hing Bernd Richard Hinderer Tag für Tag am Telefon. Dann hatte er die Daten zusammen. Jetzt kennt er das Alter sämtlicher Bürgermeister und Oberbürgermeister von Baden-Württemberg, dazu noch die Dauer und das Ende ihrer Amtszeit. Der Computer in Hinderers Denkerstübchen im idyllischen Ödenwaldstetten auf der Reutlinger Alb speichert 1111 Wahltermine bis zum Jahr 2003. Wozu diese Fleißarbeit? Der Jurist, PR-Berater und Werbetexter möchte mit seinem "WahlBüro SüdWest" die Chancen von Bürgermeister-Bewerbern erhöhen. Hinderer möchte den Leuten helfen, mit mehr System und mit mehr Überlegung an eine Kandidatur heranzugehen. Und dann mit fesselnden Reden, pfiffiger Reklame und originellen Aktionen den Wahlkampf zu bestreiten. Hinderer schlachtet dabei seine politische Erfahrung aus. Er war einst Vorsitzender der Jungen Union in Welzheim (Rems-Murr-Kreis), "entfremdete" sich aber nach und nach der CDU und trat aus. Mit dem Bürgermeister-Machen will er Geld verdienen, aber auch ein Stück zur politischen Kultur beitragen. Für Bürgermeister-Kandidaten existiert laut Hinderer meist ein großes Problem: Sie erfahren zu spät, oft erst aus dem Staatsanzeiger, wann in der Gemeinde, die zu ihnen paßt, eine Schultes-Wahl ansteht. Dann B. R. Hinderer stürzen sie sich Hals über Kopf in den Wahlkampf und lernen erst während ihrer Kampagne die Gemeinde richtig kennen. Von diesem Handicap will Bernd Richard Hin- derer seine Schützlinge befreien. Unter den vielen Gemeinden aus seinem Computer können sie sich eine aussuchen und sich lange vor der offiziellen Ausschreibung des Postens für die Kandidatur entscheiden. Danach machen sie sich mit Hinderers Begleitung daran, das Rathaus zu erobern. Wobei er seinen Schützlingen, wenn sie es nicht schon wissen, gleich klarmacht: Hier geht man nicht wie bei einer gewöhnlichen Stellenbewerbung vor. Sondern hier engagiert man sich wie bei der Gründung einer Firma, Nicht nur, aber auch wegen der erheblichen finanziellen Investition. Hinderer sondiert für seine Kandidaten das Terrain. Er recherchiert vor Ort, spricht mit den Gemeinderatsfraktionen, geht in die Wirtschaften, redet mit den Leuten und schaut ihnen aufs Maul. Letzteres "ist wichtig, um ein Gefühl für eine Gemeinde zu kriegen". Den Namen seines Kunden - "eine Frau würde ich gerne auch mal pushen" - hält er geheim, der Kandidat bleibt im Hintergrund. Denn für einen Bewerber "wäre es tödlich, sich zu früh zu offenbaren". Ein Bürgermeister-Kandidat, doziert Hinderer, müsse antreten wie ein Sportler und seine Aktionen zeitlich genau planen. Bei zu frühem Einsteigen halte er "den Spannungsbogen bis zur Wahl nicht durch". Zusammen mit dem Zögling entwickelt der Berater den Wahlkampf, wählt die Themen aus, analysiert die Stärken und Schwächen der Konkurrenten. Hinderer formuliert Plakate und Broschüren, schreibt die Reden, hilft ein positives Image zu prägen. Das Ganze macht er nicht mit jedem: "Die Chemie zwischen mir und dem Kandidaten muß stimmen." Und einem Republikaner würde er seine Dienste schon gleich gar nicht anbieten. Warum geht einer, der sich so gut auskennt im Wahl-Knowhow, nicht persönlich ins Rennen? Der Wahlkampf selbst würde Hinderer schon Spaß machen. Aber hinterher nach der gewonnenen Wahl die "trockene Verwaltungsarbeit - das ist nicht mein Metier"." |
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